Ein echter Geheimtipp II: Der Bambuswald von Sagano-Arashiyama, Kyoto

Dachte ich vor unserer Reise an Japan, so stellten sich meinem inneren Auge zwei Bilder dar: Zum einen das Bild eines orangefarbenen Säulengangs, zum anderen das Bild eines menschenverlassenen Bambushains. Ach ja, durch den Bambushain wandelt zudem einsam und weltvergessen ein in orangefarbenen Zwirn gehüllter Mönch.

War die Burg in Himeji schon eine Gelegenheit, flüchtige Bekanntschaft mit ganz vielen Menschen aus ganz vielen Ländern der Welt zu machen, so lässt sich der Bambuswald von Sagano-Arashiyama in Kyoto im Nordwesten der Stadt wohl als Touri-Endboss bezeichnen: Gemeinsam mit sehr vielen Menschen lässt’s sich hier durch den – zugegeben, wirklich imposanten – Bambuswald spazieren. Weil die physische Präsenz im ach so besinnlichen und meditativen Bambushain jedoch individuell mit 1023 Fotos belegt werden muss, ist’s leider nicht so richtig entspannt in einer DER Kyotos Sehenswürdigkeiten. Kann man sich tatsächlich eigentlich sparen – oder man findet einen jener seltenen Momente, in dem der Bambushain nicht völlig überlaufen ist. 😉

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Hiroshima

Puh, Hiroshima…Am Ufer des Flusses Ōta feiern junge Leute das Leben und das Jetzt, während wenige Meter weiter eindrücklich an den Abwurf der Atombombe „Little Boy“ am 06. August 1945 erinnert wird. Denkmäler, Gebäude und Monumente wie die Atombombenkuppel, die „Hiroshima National Peace Memorial Hall for the Atomic Bomb Victims“, das gleichnamige Museum, der Memorial Cenotaph, das Children’s Peace Monument und die Friedensflamme, die erlöschen soll, wenn alle Atomwaffen vernichtet wurden, erinnern im „Hiroshima Peace Memorial Park“ daran, dass im Bruchteil einer Sekunde einige Zehntausend Menschenleben vernichtet wurden.

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Ein echter Geheimtipp: Die Burg Himeji

Als der regionale Feudalherrscher Ikeda Terumasa im frühen 17. Jahrhundert unserer Zeitrechnung das fünfstöckige Hauptgebäude der Burg Himeji errichten ließ, da bewegten ihn wohl zwei Gedanken. Zum einen der wohlfeine Gedanke, dass seine Burg auch noch in Hunderten von Jahren als schönstes Beispiel des japanischen Burgenbaus gelte. Das hat er gut gedacht und gemacht, das lässt sich nicht anders sagen:

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Ein weiterer Gedanke, der den Feudalherrscher zur Erweiterung seiner wunderschönen Burg beeinflusst haben könnte, ließe sich ungefähr so formulieren: „Wie viele Touristen lassen sich wohl auf engstem Raum treppauf und treppab durch meine Bude schicken?“

Wer am Schlangestehen Spaß hat und gerne mal die eigenen klaustrophobischen Grenzen erkunden möchte, für den / die sind die derzeit 1000 Yen Eintritt (~ 8 Euro) bestens angelegt. Zwar bietet sich vom Dachgeschoß der Burg ein toller Blick auf die Stadt Himeji – das lange Anstehen, um zuerst in die Burg zu gelangen und die unzähligen Menschen, die sich – wenn’s denn endlich mal weitergeht – Schritt für Schritt durch die Burg schieben, machen die Besichtigung der Burg jedoch zu einer anstrengenden Erfahrung.

Frei von Eintrittskosten ist ein Picknick auf dem Vorplatz der Burg. Mit der wunderschönen Burg im Hintergrund, lässt sich das wuselige Treiben gemütlich genießen – und lassen sich neueste Entwicklungen der Kameratechnik bestaunen.

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